Gewerbegebiet – ja oder nein? - Gegner laden zu einer Naturbegehung ein

Industrie ist klar dafür, Gegner laden zu einer Naturbegehung ein

(Quelle: Hallo Wochenende Salzgitter vom 02.06.2018)

Salzgitter/Braunschweig. Hitzig wird derzeit diskutiert, ob das gemeinsame Gewerbe- und Industriegebiet der Städte Braunschweig und Salzgitter bei Groß Gleidingen kommen soll oder nicht. Während aus der Wirtschaft und Teilen der Politik nachdrückliche Zustimmung kommt, argumentieren Kritiker, dass es ausreichend freie Flächen gebe, die noch nicht vermarktet wurden – das Vorhaben würde eins der größten Gewerbegebiete in der Region mit sich bringen.

Besonders für die Industrie, die 24 Stunden am Tag produzieren und entsprechenden Lärm machen könnte, ohne Anwohner zu stören, wären die mehr als 360 Hektar ein attraktiver Standort, nicht zuletzt durch die Anbindung an eine gute Verkehrs- Infrastruktur. Die Befürworter, unter anderem Salzgitters
Baudezernent Michael Tacke, fürchten, dass interessierte Unternehmen bei einer Ablehnung des Mammut-Projekts zu anderen Standorten abwandern könnten.
Auf der anderen Seite könnte Braunschweig Salzgitter auf dem geteilten Gelände Konkurrenz machen – unabhängig davon, dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt handelt.
Im Laufe des Juni beschäftigen sich die Räte in Braunschweig und Salzgitter mit dem Thema. Für eine endgültige Entscheidung müssen allerdings noch wichtige Fragen geklärt werden, beispielsweise ob das Land wie angedacht 40 Prozent der Kosten übernimmt.


Zu einer Begehung um den Ellernbruchsee lädt die Bürgerinitiative gegen das Industrie- und Gewerbegebiet ein. Foto: Wimmer

Leser und Experten streiten um geplantes Industriegebiet

(Quelle Salzgitter-Zeitung vom 23.05.2018 von Michael Kothe)

Unsere Zeitung veranstaltet ein Forum zum Mammut-Vorhaben bei Thiede.

Salzgitter/Braunschweig. Ob zwischen Salzgitter und Braunschweig ein großes Industrie- und Gewerbegebiet gebaut wird, steht längst noch nicht fest. Die Politik muss in den nächsten Wochen erst einmal darüber abstimmen, ob die Verwaltungen den nächsten Schritt gehen sollen. Denn drei Bedingungen müssten erfüllt sein, damit das Vorhaben überhaupt umsetzbar wäre und bevor eine definitive Entscheidung fallen könne, hatten die beiden Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Frank Klingebiel vor wenigen Tagen angekündigt.

Erstens: Das Land muss sich finanziell stark beteiligen. Zweitens: Das Vorranggebiet für Kiesabbau im Süden des Gebietes muss verlegt werden. Drittens: In den angrenzenden Orten muss der LKW-Durchgangsverkehr untersagt oder zumindest stark vermindert werden, und auf der A 39 ist eine neue Anschlussstelle erforderlich. Auch wenn also noch vieles offen ist, bewegt das Thema schon jetzt vor allem die Anwohner im Umfeld des geplanten Gebietes, also in Geitelde, Stiddien und Timmerlah sowie besonders in Thiede und den Dörfern am Stichkanal.

Die Grünen winken bereits ab

Die Partei hält die Hindernisse für unüberwindbar. Die anderen Fraktionen beraten noch.

(Quelle Salzgitter-Zeitung vom 08.05.2018 von Michael Kothe)

Salzgitter. Das Ringen um das gemeinsame Industrie- und Gewerbegebiet der Städte Braunschweig und Salzgitter hat begonnen. Denn seit Freitag liegt sie vor, die Machbarkeitsstudie, die zu dem Ergebnis kommt, dass das 125-Millionen-Euro-Vorhaben zwischen Beddingen und Stiddien wirtschaftlich sinnvoll und umsetzbar ist. Aufgrund seiner Größe und Lage an der Autobahn (A39), am Salzgitter-Stichkanal und am Verschiebebahnhof Beddingen gilt das Gebiet als einzigartig in ganz Niedersachsen.

Doch die Oberbürgermeister beider Städte, Frank Klingebiel (Salzgitter) und Ulrich Markurth (Braunschweig), haben mehrere Bedingungen an die Umsetzung geknüpft. Zum einen wollen sie zunächst nur zwei Bauabschnitte mit rund 145 Hektar Land umsetzen. Zum anderen fordern sie den Regionalverband Großraum Braunschweig auf, das im Süden bestehende Vorranggebiet für Kiesabbau aufzuheben. Das Land soll sich zudem mit 40 Prozent an den Gesamtkosten und mit 60 Prozent am Bau einer neuen Autobahn-Anschlussstelle bei Thiede beteiligen. Und es sollen Maßnahmen umgesetzt werden, um den LKW-Verkehr in den angrenzenden Orten auszuschließen oder stark einzuschränken.

Bedrohung oder Chance? Großes Interesse an Gewerbegebiets-Plan

400 Bürger kommen in die Stadthalle, um sich die Ergebnisse der Gutachter anzuhören.

(Quelle Salzgitter-Zeitung vom 08.05.2018 Von Katja Dartsch und Michael Kothe)

Braunschweig. Bei der Info-Veranstaltung zum gemeinsamen Industrie- und Gewerbegebiet der Städte Braunschweig und Salzgitter ging es gestern Abend in der Braunschweiger Stadthalle ans Eingemachte. Sehr sachlich hatte die Veranstaltung begonnen, zum Ende hin aber schlugen die Emotionen hoch.

Auf der einen Seite: Die Planer aus den beiden Stadtverwaltungen und die Gutachter, die eine Fülle an Fakten und Daten präsentierten - die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie. Auf der anderen Seite: die Anwohner der umliegenden Dörfer.

Die Oberbürgermeister von Salzgitter und Braunschweig, Frank Klingebiel und Ulrich Markurth, betonten zu Beginn, dass noch nichts entschieden sei: Die Planungen stünden ganz am Anfang. Markurth: "Wir machen hier keine Show-Veranstaltung - und morgen rollt der Bagger. Mitnichten!" Sie warben aber dafür, die Pläne weiter voranzutreiben. Die Gutachter empfehlen, zunächst zwei Bauabschnitte mit insgesamt rund 145 Hektar zwischen Thiede und Geitelde zu entwickeln - 40 Hektar davon für lärmintensive Industriebetriebe, die rund um die Uhr produzieren.

Tausende neue Arbeitsplätze würde dies bringen und die ganze Region nachhaltig stärken. Markurth stellte klar: "Unsere Region ist das industrielle Herz Niedersachsens!" Er warnte vor Stillstand und bekam Applaus von den Wirtschaftsvertretern im Publikum. Man müsse aufpassen, dass man die großen Betriebe in der Region nicht verliere: "Wenn die neuen Mobilitäten und Antriebstechniken nicht in unserer Region entwickelt und produziert werden, dann findet das woanders statt!"
 
Standen den Bürgern in der Stadthalle Rede und Antwort: Die Oberbürgermeister von Salzgitter und Braunschweig, Frank Klingebiel (links) und Ulrich Markurth. Foto: Peter Sierigk

BI kündigt Widerstand an

Gewerbegebiet geplant: Gegner machen mobil.

(Quelle Salzgitter-Zeitung vom 02.05.2018)

Salzgitter. Wenige Tage vor der offiziellen Präsentation der Machbarkeitsstudie zum interkommunalen Gewerbegebiet Braunschweig-Salzgitter hat die protestierende Üfinger Bürgerinitiative (BI) „erbitterten Widerstand“ gegen das Vorhaben angekündigt.
Werde die Planung umgesetzt, bedeute dies „ein gefährlicher Irrweg für Mensch und Natur“, teilen Vorsitzender Eberhard Hentschel und Cora Wolf, Sprecherin des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit, mit. Die Lebensqualität in den Kanaldörfern Üfingen, Sauingen und Bleckenstedt werde weiter stark abnehmen, befürchten sie. Gründe seien „unerträglich“ zunehmender Schwerlastverkehr sowie stark zunehmende Lärm- und Luftbelastung an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden jeden Tag – „das ist unzumutbar“.
Die Machbarkeitsstudie hat nach Meinung der BI „reine Alibifunktion“. Sie dokumentiere lediglich, was die Auftraggeber als Ergebnis definiert hätten.

Bürger machen Druck: Nein zum Industriegebiet

Freitag und Montag wird die Machbarkeitsstudie vorgestellt.
Die Bürgerinitiative „Südwest Braunschweig“ bekräftigt ihre Kritik.

(Quelle Braunschweiger Zeitung vom 02.05.2018 von Cornelia Steiner)

Zwei Jahre sind vergangenen, seit die Oberbürgermeister von Braunschweig und Salzgitter ihre Idee eines gemeinsamen Gewerbe- und Industriegebietes bei Stiddien, Geitelde und Üfingen vorgestellt haben. In der Zwischenzeit ist zweierlei geschehen:
• Zum einen haben die beiden Städte auf Beschluss ihrer Räte eine gemeinsame Machbarkeitsstudie erstellt. Sie besteht aus mehreren Einzelgutachten von externen Fachleuten und wird am Freitag, 4. Mai, Politikern und Medien präsentiert. Am Montag ist außerdem eine Infoveranstaltung für alle interessierten Bürger vorgesehen.
• Zum anderen ist der Protest in den angrenzenden Orten gewachsen: Im April 2017 wurde die Bürgerinitiative „Südwest Braunschweig“ gegründet, und in Üfingen folgte im November 2017 die Gründung der Bürgerinitiative „Nein zum Industriegebiet Salzgitter/Braunschweig“. Die Braunschweiger Bürgerinitiative hat nun eine eigene „alternative Machbarkeitsstudie“ erarbeitet, wie der Vorsitzende Edgar Vögel mitteilt. Sie soll an diesem Mittwoch veröffentlicht werden – also bevor die städtische Machbarkeitsstudie
vorgestellt wird.

Kritiker: Das Gewerbegebiet ist überflüssig

(Quelle Braunschweiger Zeitung vom 24.03.2018)

Edgar Vögel, Sprecher der Bürgerinitiative Südwest-BS, kennt erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie.

Im Südwesten unserer Stadt, in unmittelbarer Nähe der Dörfer Stiddien und Geitelde, könnte das größte Industrie- und Gewerbegebiet der Region entstehen. Wie berichtet, arbeiten die Städte Braunschweig und Salzgitter derzeit an einer Machbarkeitsstudie. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet - auch von der Bürgerinitiative Südwest-BS. Ihr Sprecher Edgar Vögel kritisiert im Interview das Vorhaben - und hält das Gewerbegebiet für überflüssig.

Herr Vögel, warum engagieren Sie sich gegen das geplante Gewerbegebiet?

Ich kenne dort jeden Stein, denn ich bin dort oft mit dem Fahrrad unterwegs. Vor gut einem Jahr war ich bei der ersten Info-Veranstaltung in Geitelde. Seitdem beschäftige ich mich mit dem Thema - und es tun sich Abgründe auf.

Geben Sie bitte ein Beispiel.

Nun, da gibt es etwa den "Luftreinhalteplan" der Stadt von 2011. Darin geht es um das Klima und die Luft in der Stadt. Darin steht, dass der Wind an den meisten Tagen aus westlicher oder südwestlicher Richtung weht und so frische Luft in die Innenstadt bringt. Die großen Ackerflächen im Südwesten, auf denen nun das Gewerbegebiet geplant wird, sind demnach die grüne Lunge der Stadt.
Der Gutachter kommt zu dem Schluss, dass eine Bebauung und Versiegelung in diesem Gebiet nur in Ausnahmefällen erfolgen sollte. Wenn dort Industrie und Gewerbe angesiedelt werden, ist es mit der sauberen Luft vorbei.

  Edgar Vögel (67) aus Timmerlah ist der neue Sprecher der Bürgerinitiative Südwest-BS. Er folgt damit auf Klaus Werner, der Ende 2017 unerwartet gestorben ist. Vor seiner Pensionierung war Vögel stellvertretender Schulleiter des Kranich-Gymnasiums in Salzgitter.

Es geht den Kritikern aber auch um die Ackerflächen, oder?

Bei den Ackerflächen dort handelt es sich um die fruchtbarsten Böden in Europa. Das muss man sich mal vorstellen: Dass die besten Böden, auf denen die höchsten Erträge erzielt werden können, absichtlich und unwiederbringlich zerstört werden sollen. Das ist schwer auszuhalten, finde ich.

Gewerbegebiet Braunschweig-Salzgitter: Parteien wollen keine Bürgerabstimmung

(Quelle Salzgitter-Zeitung vom 03.03.2018)

Die Machbarkeitsstudie für das interkommunale Mammutprojekt soll in Kürze vorgestellt werden.

Braunschweig/Salzgitter. Knapp zwei Jahre ist es her, dass die Oberbürgermeister der Städte Braunschweig und Salzgitter das Projekt medienwirksam ankündigten: Man plane ein gemeinsames Industrie- und Gewerbegebiet auf der Stadtgrenze, gelegen zwischen Thiede, Beddingen und Stiddien. Rund um die Uhr produzierende Betriebe auf einem 3.000.000 Quadratmeter großen Areal, bestens angebunden an Straße, Schiene und Stichkanal. Sollte es so kommen, wäre es das größte Gewerbegebiet der Region.

In den angrenzenden Ortschaften herrscht seitdem Alarmstimmung, die Menschen fürchten um die dortige Lebensqualität. Die Politik beider Städte hat einer Machbarkeitsstudie zugestimmt. Gutachter haben untersucht, welche Folgen die Ansiedlung von 24-Stunden-Betrieben etwa für Verkehrs- und Lärmbelastung, Arten-, Wasser- und Bodenschutz hat. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet und sollen noch im März der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Warum gibt es zu diesem Projekt eigentlich keine Bürgerabstimmung? Das will ein Leser wissen - und unsere Zeitung hat bei Politik und Verwaltung sowie den Bürgerinitiativen (BI) nachgefragt. Die Ratsparteien reagieren sehr unterschiedlich auf Möglichkeit und Notwendigkeit einer Befragung der Bürger. Einig sind sich aber alle: Zum jetzigen Zeitpunkt mache eine Befragung der Bürger keinen Sinn - erst müssten die Ergebnisse der Studie abgewartet werden.

MBS hört sich Protest gegen Gewerbe an

Die BI informiert in Thiede.

Die MBS-Ratsfraktion hat sich vor Ort über den Protest gegen das geplante interkommunale Gewerbegebiet bei Thiede informiert. Die Politiker ließen sich von Vertretern der Bürgerinitiative die Bedenken gegen die Ansiedlung von Rund-um-die-Uhr-Betrieben erläutern. Nach Vorlage der kurz vor dem Abschluss stehenden Machbarkeitsstudie werde die MBS den von BI-Chef Eberhardt Hentschel und seinem Stellvertreter Holger Braumann vorgetragenen Protest in ihre Beratungen einbeziehen, so Fraktionsvorsitzender Stefan Roßmann.

Landvolk sieht Entwicklung bei Schacht Konrad kritisch

Der Stadtverband trifft sich bei einer Versammlung.

Von Horst Körner

Salzgitter-Bad. Die Sorge um die Entwicklung bei Schacht Konrad stand einmal mehr im Mittelpunkt der Stadtverbandsversammlung Salzgitter im Landesverband Braunschweig des Niedersächsischen Landvolkes im Ratskeller in Salzgitter-Bad. Deutlich wurde aber auch Protest gegen das geplante interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet Salzgitter-Braunschweig nördlich der Autobahn 39.

Dieser Plan wird von den Verantwortlichen des Verbandes Braunschweiger Land im Niedersächsischen Landvolk eindeutig abgelehnt. Der Vorsitzende Ulrich Löhr betont regelmäßig, dass bei der Umsetzung des Planes und der Bebauung des Ackerlandes ein Stück der Kornkammer Europas vernichtet werde.

Wetzel: Gewerbegebiete sind essenziell für den Wohlstand der Stadt

Eine Stadt, sechs Ansiedlungsflächen: Von Norden nach Süden gibt es Platz für Wirtschaftsunternehmen im Salzgittergebiet.

Von Valea Schweiger

Salzgitter. Sie sind meist nicht schön anzusehen, ihre Ansiedlung oft mit Schwierigkeiten verbunden - aber für die Steuereinnahmen einer Stadt sind sie unerlässlich: Gewerbegebiete. In Salzgitter gibt es sechs Stück, vier im Norden, zwei im Süden der Stadt. Über das mögliche siebte, das Interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet Braunschweig/Salzgitter, wird in der Bevölkerung derzeit noch kontrovers diskutiert. Thomas Wetzel, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Innovationsförderung, erklärt, wo es noch freie Ansiedlungsmöglichkeiten gibt und warum manche Flächen schwerer zu vermarkten sind als andere.

Herr Wetzel, wo in Salzgitter ist noch ausreichend Platz in den Gewerbegebieten?

Im Industriegebiet Beddingen sind aktuell noch 49 Hektar frei. Damit ist dort auch Platz für große Unternehmen, und wir führen hierzu auch kontinuierlich Gespräche mit potenziellen Investoren. In den anderen Gewerbegebieten sind es zusammen noch einmal etwa 13 Hektar. Allerdings ist die Vermarktung in Beddingen nicht ganz einfach, da es sich dort nicht um 24-Stunden-Flächen handelt. Diese Art von Flächen werden insbesondere von Logistik-Unternehmen benötigt, um den Lkw-Verkehr auch nachts abwickeln zu können. Aber auch Produktionsunternehmen suchen solche Flächen heute verstärkt. Flächen für diese Anforderungen gibt es in Salzgitter nur noch im Industriepark Watenstedt Ost - und der ist mit drei Hektar vergleichsweise klein.

Muss man sich Gedanken um neue Gewerbegebiete machen?

Ja, damit sollte man früh genug anfangen. Rein flächenmäßig ist derzeit ausreichend Platz in Salzgitter. Von der im Bebauungsplan festgelegten Fläche der KMU-Area (kleine und mittlere Unternehmen) in Engelnstedt sind derzeit erst etwa 30 Prozent realisiert. Vor diesem Hintergrund wird aktuell überlegt, wann der richtige Zeitpunkt für die Erschließung der restlichen Flächen ist. Die erforderlichen Zeiträume für die notwendigen Planungen und schließlich auch die Erschließungsarbeiten dauern sehr lang, da muss man weit in die Zukunft denken.

 

Bürgerintiative warnt vor neuem Gewerbegebiet

Größer als Monaco: Anlieger treffen die SPD-Frakion zum Ortstermin

Thiede. Die Debatte um ein gemeinsames Gewerbegebiet der Städte Salzgitter und Braunschweig nimmt Fahrt auf. So hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen die interkommunalen Pläne zu Wehr setzen will. Ihre Sorgen äußerten die Anlieger bei einem Treffen mit SPD-Vertretern.

Bei dem von den Thieder SPD-Mitgliedern Rainer Armbrust und Hartmut Alder organisierten Termin hat sich die SPD-Ratsfraktion vom Vorsitzenden der Bürgerinitiative (BI) „Nein gegen das interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet Braunschweig-Salzgitter“, Eberhardt Hentschel, und dessen Stellvertreter Holger Braumann über das vorgesehene Gelände informieren lassen. Zu sehen waren nach ihren Worten Felder mit den „besten Bodenwerten Deutschlands“, auf denen sich bei dem Ortstermin ein Rudel Rehe zeigte, sonst gab es für die Teilnehmer nur unbeunberührte Natur auf einer riesigen Fläche zu sehen.

Sehen sich um: Die Politiker Sandra Dittmann, Doris Holletzek, Ulrich Leidecker, Michael Loos, Hartmut Alder, Wilfried Pollmann, Frank Miska, Rainer Armbrust, Michael Letter und Wolfgang Bauer mit den BI-Vertretern Eberhardt Hentschel und Holger Braumann.

Vier Leserbriefe zum Thema "Oberbürgermeister ignoriert Ängste"

(Quelle Salzgitter-Zeitung vom 11.01.2018)

Zu "Das Jahr wird für die Stadt entscheidend sein" vom 30. Dezember 2017:

Es ist erschreckend, mit welcher Arroganz und Verantwortungslosigkeit der Oberbürgermeister in seiner Jahresendebotschaft die Sorgen, Nöte, Ängste und Argumente der Bevölkerung im Nordosten ignoriert. "Am Ende geht es um die Abwägung von Interessen", sagt er. Wessen Interessen? Klingelbiel weiß, dass Salzgitter noch weitere 1,5 Millionen Quadratmeter Industrie- und Gewerbefläche im Stadtgebiet anzubieten hat. Es gibt keinen vernünftigen Grund, "auf Bürgermeister komm raus" für diesen Generationen schädigenden Aktionismus, bei dem mehr als 3 Millionen Quadratmeter landwirtschaftlich genutzter Natur vernichtet werden. Es gibt in Deutschland keine Region, in der Lebensraum und Lebensqualität ihrer Bewohner mehr eingeschränkt ist als in den Kanaldörfern Bleckenstedt, Sauingen, Beddingen und Üfingen im Nordosten. Diese Situation hat die Grenzen des Zumutbaren schon jetzt längst überschritten.

Justus Becker, Sauingen

Bürgerinitiative protestiert bei OB Frank Klingebiel

Industriegebiet: Die Gegner machen mobil.

(Quelle Salzgitter-Zeitung vom 10.01.2018 von Michael Kothe)

Salzgitter. In einem offenen Brief an Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel hat die Bürgerinitiative "Nein zum Industriegebiet Salzgitter/Braunschweig" (BI) dem Stadtoberhaupt vorgeworfen, den Widerstand gegen das interkommunale Gewerbegebiet bei Thiede nicht ernst genug zu nehmen. Im Schreiben, das BI-Vorsitzender Eberhard Hentschel dem Stadtoberhaupt gestern Morgen persönlich übergeben hat, warnt die Gruppe erneut vor der Entwicklung eines "riesigen Industriegebiets mit Lärm und Luftverschmutzung rund um die Uhr".

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